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luebbecke.erinnern.app - Zugangsdaten

Den Friedhof per Smartphone erkunden

Unser Projekt 2024 ist abgeschlossen und das Ergebnis ist jetzt online abrufbar. Das Projekt wurde gefördert aus dem Regionalbudget 2024 für Kleinprojekte der Leaderregion Aueland e.V.

Unsere Rundgänge sind so angelegt, dass man im eigenen Tempo den Friedhof abgehen und sich Themen aussuchen kann:

  • Stadtgeschichte
  • Glaube und Toleranz
  • Krieg und Vertreibung
  • Friedhof im Wandel
  • Jüdischer Friedhof

Zu jedem Rundgang gehören Stationen, an denen man per Handy Informationen abrufen kann. Auch am heimischen PC kann man die App abrufen und sich informieren..

Nachfolgend zwei Stationen als Beispiele:

Friedhof im Wandel:

Erweiterungsteil von 1998

In keinem anderen Friedhofsteil ist der Wandel in der Bestattungskultur so deutlich erkennbar. Hier finden wir viele moderne Bestattungsformen und Reihengräber.

Die Nachfrage von Erdbestattung in Familiengräbern oder Reihengräbern nimmt ab. Dagegen steigt die Nachfrage nach unterschiedlichsten Grabarten und Bestattungsformen. Inzwischen sind Feuerbestattungen die Regel. Die Gründe dafür sind vielfältig. Oftmals fehlen Möglichkeit oder Bereitschaft für eine langfristige Grabpflege. Familienstrukturen ändern sich, Kosten-Nutzen-Überlegungen spielen eine Rolle. Gedenken und Trauer werden von der Grabstelle abgekoppelt und verlagert. Friedhöfe werden multikulturell. Diese Entwicklung stellt Friedhofsverwaltungen vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig bieten sich ihnen durch freiwerdende Gräber oder Grabflächen neue Gestaltungsmöglichkeiten für Bestattungsangebote.

Zum Beispiel wurden hier die ersten Baumgräber angelegt: Urnen werden rund um den Baum in den Boden gelassen, der Name des Toten auf einer Plakette am Baumstamm oder einer Stele angezeigt.

Glaube und Toleranz:

Muslimische Bestattung

Das muslimische Gräberfeld wurde 2012 auf Wunsch des türkisch-islamischen Gemeinde zu Lübbecke e.V. angelegt. Es befinden sich weitere muslimische Gräber verstreut auf der gesamten Friedhofsanlage. Muslime aus dem Balkan haben in Lübbecke in der Tabakindustrie oder auch im Handwerk gearbeitet. Ihre Familien leben hier inzwischen in der dritten Generation und sind längst deutsche Staatsbürger geworden. Sie möchten ihre Angehörigen dort beerdigen, wo sie leben und nicht in den Herkunftsländern ihrer Eltern und Großeltern.

Muslimische Gräber sind traditionell nach Osten Richtung Mekka ausgerichtet. Es sollten sich darauf keine früher genutzten Gräber befinden. Bei einem Todesfall wird in der Regel ein Bestattungsunternehmen beauftragt. Nur in ein weißes Tuch gewickelt wird der Verstorbene auf einem Holzbrett in sein Grab hinabgelassen. Der Körper wird auf die Seite gelegt mit Blick nach Osten in Richtung Mekka, dem heiligsten Ort im Islam.

Einäscherung und Urne sind im Islam tabu: „Der Körper muss unversehrt bleiben und als Ganzes in die Erde zurückgebracht werden.“